meet&greet@Kalaidos 26.09.2017

Value Creation @ Geberit

Die Botschaften des Schweizer Familienmenschen sind klar: eine durchdachte Strategie konsequent durchzusetzen und dabei auf das Vertrauen in die Mitarbeitenden zu setzen ist entscheidend für die Qualität und Nachhaltigkeit des Firmenwachstums.



Bei seinem CEO-Amtsantritt im Jahr 2005 geht es der Geberit Gruppe gut, und dennoch investiert er in Initiativen, um das organische Wachstum und die Produktivität weiter anzukurbeln. So durchsteht er mit seinem Team die Krise 2009 und wächst weiter. Mit dem Ausbau des B2C-Segments will die Geberit nicht mehr nur der technische, sondern auch der Design-Vorreiter sein. Albert M. Baehny durchleuchtet bisherige Prozesse in der ganzen Unternehmung und hält an seinen zukunftsorientierten Initiativen und Entscheidungen fest – eine zähe stabile Eigenschaft, die sich auszahlt. Nach etwa 1.5 Jahren kennt und versteht jeder Mitarbeitende seine Strategie und zieht mit – oder auch nicht, auch das ist klar kommuniziert. «If you don`t do it, someone else will do it for you» - klare Worte, die im Umfeld seiner Transparenz und Orientierung fair sind und somit die richtigen Mitarbeitenden für seinen Weg sortiert. «Mir ist egal, wie sie auf die Ideen kommen. Meine Vorgaben sind nur: ich möchte für dieses Problem eine Lösung, du hast 6 Monate Zeit, und dann kommst du mit dem Vorschlag.» Das Konzept geht auf. Lösungen wie Geberit AquaClean, neue design-based Produkte und andere Wachstumsinitiativen laufen an und verhelfen der Geberit zum Wachstum. Angst vor den Chinesen hat er nicht, dafür sorgt er mit seiner Strategie der Markteintrittsbarrieren: «Technical Pull» mit der technischen Ausbildung von jährlich über 30.000 Installateuren in Deutschland und der Schweiz und «Showroom Pull» mit dem Attraktivitätsbonus für die Endkunden.

2010 rüstet er das komplette Logistiksystem der Geberit um. Das Netz von verschiedenen Produktions- und Logistikzentren spinnt er aus und formt eine zentralisierte Strasse mit einem Logistikcenter in Pfullendorf (DE). Die Kosten gehen immens runter, die Kunden sind zufriedener.

2015 setzt er zudem auf die Akquisition, um sein Angebot zu erweitern. «Wie nimmt er dazu seine Mitarbeitenden mit?» - ist eine Frage aus dem Publikum. «Ganz einfach», antwortet er. Mit seinen Führungsprinzipien:

Interne Ressourcen optimal einsetzen und auf Resultate fokussieren.
Klare Ziele, Strukturen, Regeln und Verantwortlichkeiten.
Integrationspflicht: Das Unternehmen als umfassendes System verstehen und führen.
Bescheidener, gelassener, aber disziplinierter Umgang mit sich selbst.


Nur wer hier als Mitarbeitender die Kultur aufnehmen und mit leben kann, das «wir» statt «ich» verkörpert, wird in seinem Entwicklungsstufenmodell weiterkommen:

Talent – besser als der Durchschnitt sein; was alleine aber nicht reicht
Student – dazu muss eine grosse Portion Lernwille und –fähigkeit hinzukommen
Warrior – dies muss dann münden in effizientem nachhaltigem Handeln unter Stress und schwierigen Situation
Champion – um dann mit der eigenen Persönlichkeit, hartem Arbeiten an sich und für das Unternehmen, mit stets Bescheidenheit und Leidenschaft, Resultate zu erbringen


So ein Weg kann bis zu 7 Jahre gehen, aber es lohnt sich. Wie man auch bei ihm sieht. Seit 2011 ist der diplomierte Biologe Präsident des Verwaltungsrats und immer noch voller Tatendrang.

Ein Abend voller Impressionen und Staunen. Die Gedanken gehen weiter. Beim anschliessenden Apéro nahm sich Albert M. Baehny die Zeit, auf weitere Fragen einzugehen und den Teilnehmenden Mut zuzusprechen. Mut, die Konsequenz von Entscheidungen aufrecht zu halten. Und dann geht er, die Tasche um die Schulter, Richtung SBB Bahnhof Oerlikon – er lebt seine geforderte Bescheidenheit selber.

Vielen Dank für den bereichernden Vortrag!

Euer Alumni-Vorstand.